Die Rega erneuert die Heli & Jet Flotte


Die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA erneuert Ihre Heli und Jet Flotte.
(Bericht vom 12. Dezember 2002)

Den Start der Erneuerung wurde mit den Ambulanzjets des Typ Chalanger CL 604 realisiert. Zwei der neuen CL 604 sind seit Ende November im Einsatz und ein dritter CL 604 wird noch folgen. Mit den drei CL 604 werden die Chalanger CL 601 und Hawker 800 ersetzt. Die Rega konnte mit den neuen Jets bereits einige Repatriierungsflüge mit Erfolg absolvieren.

Nicht nur die Ambulanzjets werden ersetzt, sondern auch ein Teil der Agusta A 109 K2 Flotte. Insgesamt werden vorerst 6 der bekannten Agustas durch 5 neue und hochentwickelte Eurocopter EC-145 ersetzt.

Am Donnerstag, 12. Dezember konnte die Rega bei Eurocopter in Donauwörth (D) die erste Eurocopter EC-145 (HB-ZRA) offiziell und feierlich übernehmen. Zugleich konnte das Roll out des zweiten REGA EC-145 (HB-ZRB) gefeiert werden. (Siehe auch Foto Gallery unten.)

( Swiss-Sky durfte für Sie dabei sein - An dieser Stelle herzlichen Dank an die REGA! )

Der erste REGA EC-145 wurde zugleich auch in einem beeindruckenden Flight-Display demonstriert und bei der "Bravo" (2. EC-145) konnte das Interieur besichtigt werden. Ausgestattet ist die REGA EC-145 mit einer international anerkannte, modularen EMS-Ausrüstung der Schweizer Firma Aerolite, die sowohl Einsätze in der Primär- als auch Sekundärrettung ermöglicht. Diese Ausstattung wurde speziell für die Rega konzipiert und ermöglicht einen hohen Grad an Flexibilität.

Die 5 neuen EC-145 werden in den Flachlandbasen zum Einsatz kommen. Die Rega Basis Basel wird als erste Flachlandbasis voraussichtlich im März 2003 den EC-145 bekommen. Als nächste Basis wird im April 2003 die Basis Lausanne, im Juni 2003 die Basis Bern-Belp und im Oktober 2003 die Rega Basis Zürich mit der neuen EC-145 ausgerüstet. Die 5. EC-145 wird als Ersatzmaschine eingesetzt werden, in den Zeiten, in welchen eine der andern 4 im Rega - Service Center zur Revision sein wird.

Der Serviceinterwal ist zugleich auch der Grund, warum nur Fünf EC-145 im Wechsel zu Sechs A 109 K2 Bestellt wurden. Die Agusta muss pro Jahr 3 mal zwecks Revision ins Service Center der Rega. Bei den neuen EC-145 ist dies nur noch einmal pro Jahr nötig. Daher sind die Eurocopter länger für Einsätze verfügbar und es kann somit eine Ersatzmaschine eingespart werden.

Die Crews müssen auch für die neue Herausforderung ausgebildet werden. So konnten am 11. Dezember 2002 die beiden ersten Piloten die Ausbildung für den EC-145 erfolgreich beenden. Es sind dies der Rega Chef Pilot Heinz Leibundgut und der ehemalige Rega Chefpilot Peter Hässig. Sie sind auch diejenigen, welche die beiden ersten REGA EC-145 anfangs Januar 2003 in die Schweiz überfliegen und in Zürich - Kloten landen werden. Die ersten Mechaniker können die Ausbildung für den EC-145 auch als erfolgreich absolviert bezeichnen. Somit steht einer interessanten und anspruchsvollen Fortsetzung nichts mehr im Wege.

Mit den ersten beiden REGA EC-145 werden anfangs 2003 auf dem Flugplatz Locarno / Magadino die weiteren Piloten von Chef Pilot Heinz Leibundgut auf der EC-145 ausgebildet, so dass bei Übernahme der Helis auf den entsprechenden Basen sofort mit den Einsetzen begonnen werden kann.

Die Rega orientiert sich wie gewohnt auch immer in die Zukunft. Als kleines Detaille ist interessant zu wissen, dass die Rega die Immatrikulation bereits auch für die Erneuerung der restlichen Agustas reserviert hat (HB-ZRA bis HB-ZRN:) . Über die restlichen Agustas wird jedoch erst anfangs 2004 entschieden. Aber nicht nur die kleinen Dinge werden beachtet, sondern auch über die Organisation Rega hinaus. So hat zum Beispiel die Partner Basis der Rega in Genf eine Eurocopter EC-135 bestellt, welche auch bis ende 2002 ausgeliefert sein sollte. Da die EC-145 und die EC-135 aus der gleichen "Familie" kommen, unterscheiden sie sich nur gering. So kann in der Zusammenarbeit mit der Partner Basis Genf, welche mit der neuen EC-135 in ein 24 Std. Betrieb wechselt anstelle nur Tagbetrieb, eine grössere Personalflexibilität erreicht werden.

Swiss-Sky wird Sie über Neuigkeiten in der Schweizer Luftrettung gerne auf dem laufenden halten. Unten finden Sie noch Technische Angaben der EC-145, Fotos von dem Eurocopterwerk, der Übernahme der ersten EC-145 für die Rega sowie vom Display. Weiter haben wir ein paar Angaben was mit den "alten" Agustas weiter geschieht und wie sich die neuen EC-145 finanzieren. Bei "Rega Info / Link" finden sie die Anschrift zur Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega und auch ein Link für all diejenigen, welche noch nicht Gönner der für die Schweiz unverzichtbaren Rega sind ;)


Technische Daten der REGA Eurocopter EC-145


Die EC-145 ist ein neuer, hochentwickelter Helikopter aus dem Hause Eurocopter. Die Firma Eurocopter kennt man von den Heli - Begriffen wie Ecureuil, BK 117, Dauphin, NH90 wie auch Super Puma / Cougar her. Die Schweiz hat insofern eine Vorgeschichte mit Eurocopter, da die Schweizer Luftwaffe mit den Super Pumas und den neuen Cougars von Eurocopter ausgerüstet ist. Auch die Schweizerische Rettungsflugwacht ist vor der Anschaffung der Agusta A 109 K2 mit Helikoptern von Eurocopter geflogen.

Zu dem kommt, dass Eurocopter auf dem zivilen Helikopter-Markt zur Zeit die Nr. 1 ist. Von Weltweit 495 verkauften zivilen Turbinen Hubschraubern im Jahr 2001 gingen 57% aus dem Hause Eurocopter! Gefolgt von Bell-Helikopter mit 22%.

Bei der Entwicklung der EC-145, welche im Jahre 1998 begonnen hat, sind viele "Wünsche" der Rega in das Projekt eingeflossen. Am Schluss ist somit ein Heli entstanden, welcher die positiven Eigenschaften der bekannten BK-117 enthält, die technischen Neuerungen der EC-135, sowie auch ein Teil der Vorstellungen der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega.

Dass die Rega einen gewissen Masstab für Eurocopter darstellt, liegt daran, dass die Schweizer Luftrettung mit der Rega einen international hohen Stellenwert in der Luftrettung anzeigt. Eurocopter hat aus diesem Grund ein grosses Interesse, dass die Rega mit Helikoptern von Eurocopter ausgerüstet ist und dass die Bedürfnisse der Rega erfüllt sind.

Die EC-145 ist auf jeden Fall ein hervorragender, technisch sehr fortschrittlicher Helikopter. Hier ein paar Einzelheiten:

- Die EC-145 ist einer der leisesten Helikopter in der 3.5 Tonen Klasse.
- JAR-OPS 3 Richtlinien erfüllt.
- Glas Cockpit (Digitale Instrumente)
- NVG Kompatibel
- IFR - tauglich
- Treibstoffzuladung: 694 kg.
- Reichweite: 680 km. / 3 Std. 35 Min.
- Die EC-145 kann gleich viel Gewicht zuladen, wie sie selber schwer ist! (ca. 3.5 T.)
- 2 x Turbomeca APRIEL 1E2 Turbinen Triebwerke
- Nutzbare Kabinenlänge: 3,42 m.
- Nutzbare Kabinenbreite: 1,66 m.


Wechsel von 6 Agusta 109 K2 durch 5 Eurocopter EC-145

Die 5 neuen REGA EC-145 werden wie folgt finanziert: Einerseits wird der Ertrag aus dem Verkauf der 6 Agusta A 109 K2 verwendet. Der Restbetrag, welcher den Grossteil der Anschaffungskosten der neuen EC-145 ausmacht, wird durch den Flugzeugbeschaffungsfond erbracht. Dieser Flugzeugbeschaffungsfond besteht wiederum aus den Erträgen der Rega. (Die Rega ist ja kein Gewinnorientierte Organisation. Überschüsse werden daher in diesen Fond verschoben, um die Zukunft der Rega Flotte zu sichern.)

Die 6 Agusta A 109 K2 sind wie folgt verkauft worden: Eine A 109 K2 wurde an die Flugunfalluntersuchung verkauft. Die restlichen fünf wurden in die Slowakei an die Rettungsfliegerei verkauft. Dort ist das Interesse an der Occasion Agusta A 109 K2 der Rega speziell gross. Der Grund dafür ist relativ einfach. Die Slowakei untersteht seit kurzem der JAR-OPS Richtlinie 3. JAR steht für "Joint Aviation Regulations" und bedeutet vereinfacht, Anforderungen an Flugzeuge in gewissen Situationen. Die 3 steht für die Zivile Hubschrauberfliegerei. Da nun in der Slowakei für die Rettungsfliegerei nur noch Helikopter zugelassen sind, die diese JAR-OPS 3 erfüllen und die Rega zur Zeit mit der Agusta 109 K2 die einzige Rettungshelikopter Organisation ist, die Helis mit diesen Anforderungen als Occasionen anbietet erklärt sich die Situation. Dazu kommt noch, dass die Agusta voll als Rettungshelikopter ausgerüstet ist. Der Rega kommt diese Situation sehr gelegen, da die REGA A 109 K2 im Zivilen Personen Transport schlecht zu verkaufen wäre, auf Grund ihrer guten Technischen Rettungsausrüstung.

Fazit: Für die Rega wie auch für die Rettungsfliegerei in der Slowakei entsteht eine Lage, aus der beide Seiten positiv providieren können.


Info zur Rega

Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega ist die grösste Luftrettungsorganisation der Schweiz. 13 Helikopterbasen sind so über die Schweiz verteilt, dass unter guten Flugbedingungen jeder Punkt im Land (Ausnahme: Kanton Wallis) in 15 Flugminuten erreicht werden kann. Die drei in Zürich-Kloten stationierten Ambulanzjets der Rega dienen zur Rückführung von im Ausland Erkrankten oder Verunfallten.

Die Rega führt ausschliesslich Noteinsätze und Patientenflüge durch. Sie ist Korporativmitglied des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Sie ist eine private, nicht gewinnorientierte und finanziell unabhängige Stiftung. Die Rega wird getragen von rund 1,6 Millionen Gönnerinnen und Gönnern.

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